ABSTIMMUNGSVERHALTEN MICHELE MARSCHING MdL
LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN
30. Sitzung
des Landtags Nordrhein-Westfalen
am Dienstag, 30. April 2013
Neue Entwicklungen beim Opel-Standort Bochum
Unterrichtung
durch die Landesregierung
Änderungsantrag
der Fraktion der SPD und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Entschließungsantrag
der Fraktion der SPD und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Entschließungsantrag
der Fraktion der CDU
Entschließungsantrag
der Fraktion der FDP
Abstimmungsverhalten
Drucksache 16/2812
Drucksache 16/2804
Drucksache 16/2809 1. (Einzelabstimmung)
Drucksache 16/2809 2. (Einzelabstimmung)
Drucksache 16/2809 3. (Einzelabstimmung)
Drucksache 16/2809 (in so geänderter Form)
Drucksache 16/2811
Socialgedönse: Datenschutzkonformes weitersagen!
Das beste zum Schluss? Hier der dritte Teil meiner Mini-Serie mit der ich mich zur Wahl des neuen NRW-Vorsitzenden am 27. April bewerbe. Hier sollte es vor allem um Politik gehen. Trotzdem ich täglich damit zu tun habe eine schwierige Sache – da ich von Politik von außerhalb der Fraktion kaum noch etwas mitbekomme. Daher möchte ich zwei bis drei strittige Punkte ansprechen, wie die ständige Mitgliederversammlung, Liquid Feedback und den Streit um die kommunalpolitische Vereinigung.
Seit Mai 2012 habe ich immer mehr das Gefühl, dass der Hochstimmung im Landesverband nach dem Wahlerfolg eine große Ernüchterung gefolgt ist. Damit meine ich nicht das Gefühl, dass die PIRATEN nichts verändern können, sondern eine Mischung aus einem tiefen Seufzer über Fails aller möglichen öffentlichten Personen und die Wahrnehmung “politisch findet nur noch die Fraktion statt!”. Es gab mehrere Anläufe, die Verbindung zwischen dem LV und der Fraktion aufzubauen. Es ist an der Zeit, diese Versuche so lange und andauernd zu wiederhoilen, bis sie endlich Früchte tragen.
Die Fraktion soll ein Bild des LV sein, sie soll die Grundsätze der Partei in tagesaktuelle Politik umsetzen. Dazu braucht es vor allem Leitplanken, die die Basis der Fraktion setzen muss. Wenn nach zehn Monaten(!) Amtzeit der aktuelle Vorstand nur deshalb einen Parteitag ansetzt, weil eine Neuwahl des Vorstands ansteht, dann fehlt mir das Verständnis! Landesparteitage sind existenzielle Grundlage für eine Partei, deren Mitglieder im Landtag händeringend nach Antworten suchen. Machen wir weiter wie bisher, dreht die Fraktion weiter frei – das ist aber nicht die Schuld der MdL…
Viele Mitglieder sind einem Versprechen gefolgt: Mit Liquid Feedback wäre bei uns in der Partei alles besser als in anderen Parteien. Sie hätten mehr Mitspracherecht. Das am Ende die Software aufgrund verschiedener Kritiken und Probleme doch nur wenig Wirkung auf die Entscheidungen der Partei hat, muss einfach frustieren. Ich möchte die Möglichkeit erweitern, wie sich Interessierte an der Entwicklung von Anträgen und in der Vorbereitung auf LPT beteiligen können. Evtl. miuss dazu ein Weg wie in Bayern gegangen werden und an LQFB geschraubt werden, bis es genug Akzeptanz findet. Vielleicht ist eine neue Software vonnöten, die noch einfacher ist und auch vom letzten DAU ohne große Schulung verstanden werden kann.
Ja, darauf basiert auch die ständige Mitgliederversammlung. Ich spreche mich für eine breite Diskussion zum Thema SMV aus, egal mit welchem Tool. Wollen wir diese Idee überhaupt weiter verfolgen, oder ist sie nur ein hirngespinst einiger weniger progressiver Verrückter (dann zähle ich mich auch dazu!)? Egal wie: Die Partizipation im LV muss gestärkt werden, egal mit mit klassischen Mitteln wie Briefwahl und Urabstimmung oder mit modernen Mitteln wie unseren internetbasierten Tools.
Dabei muss sich aber noch etwas ändern, damit Diskussionen nich ausufern und enden wie zu Urzeiten der Partei mit Spaltung und Endlosschleifen: Unsere Streitkultur ist schon oft in der Diskussion gewesen – noch vor zwei Tagen habe ich im Zusammenhang mit Mario Götze in den Nachrichten(!) im Radio(!) gehört, im Netz laufe gegen ihn “ein Shitstorm unahnten Ausmaßes”. Wollen wir wirklich am Ende auf unsere Partei blicken und sagen “immerhin haben wir ein neues Wort in die deutsche Sprache gebracht”?
Aktuelles Beispiel ist diese KPV-Geschichte. Ich spreche mich für die Unterstützung des PiKo e.V. aus – die Diskussionen rund um die Delegierten-Geschichte sind mir dabei egal. Warum? Weil diese Satzung demokratisch entschieden wurde. Ich war nicht anwesend, aber von mehreren Seiten wurde mit zugetragen, dass die Abstimmungsverlierer entrüstet aus der Raum gelaufen sind, nachdem sie die Abstimmung verloren hatten. Liebe Leute: Wenn bei jeder Entscheidung die unterlegene Fraktion rausrennen und lieber ihren eigenen Club gründen würde, dann sind das keine Flügelkämpfe mehr, dann können wir als Partei einpacken… davon ab: mit diesem Demokrativerständnis möchte ich nichts zu tun haben!
Wir müssen weg von der ständigen Selbstbeschäftigung. Auch wenn ich hier klinge wie ein gesprungene Schallplatte (Erinnerungen ich meine das hätte ich im Januar 2011 in meiner Bewerbung schonmal gesagt…) in der jetzigen Form sind wir im Parlament ein uninteressantes Würstchen. Die Öffentlichkeit lacht genau so über uns wie die Regierungs- und sogar die anderen Oppositionsparteien. Mit 2% in Umfragen machen wir ihnen keine Angst mehr.
Erst wenn wir uns endlich zusammenreissen und wieder mit Themen und Positionen in den Medien vertreten sind werden unsere Umfragewerte steigen – und erst dann macht es wieder Spaß in dieser Partei zu sein. In einer Partei die im Parlament ernstgenommen wird wie auf der Straße. Deren Infostände überlaufen sind, die neue Antworten bieten kann auf die alten Fragen.
Machen wir doch mal wieder die thematische Zusammenarbeit in AK/AG mit Ziel einer Position, machen wir das mit den Tagen der politischen Arbeit um Positionen breit zu bestimmen. Setzen wir Leitplanken, von denen ein MdL seine Politik ableiten kann. Machen wir Wahlkampf ohne das eine Landtagswahl ansteht, Werbung für eine neue Art der Politik und für eine Partei die mehr kann.
Das würde ich mir mit eurer und der Unterstützung eines professionalisierten Vorstandes wünschen. Dazu werbe ich um eure Stimme!
Socialgedönse: Datenschutzkonformes weitersagen!
Hier also der zweite Beitrag einer Serie von drei Beiträgen, mit denen ich mich am 27. April zur Wahl des neuen NRW-Vorsitzenden bewerbe. Dieser Post soll sich um Innerparteiliches und die Gedanken zu einer Professionalisierung des Vorstands drehen, die immer wieder von mir angesprochen wurde und die seit dem Parteitag in Soest in der Luft liegt.
Vorneweg müssen wir uns von dem Grundmisstrauen lösen, dass wir alle in uns haben. Unerfahrenheit hat in den vergangenen Jahren zu Fehlern geführt. Die sind ärgerlich, aber nicht so schlimm, dass man aus ihnen nicht lernen könnte! Was wir uns verkneifen sollten sind – bei aller berechtigten Kritik – die ewigen Shitstorms und öffentlichen Prügeleien. Ich kämpfe dafür, dass jeder das Recht auf seine Meinung haben soll, aber ich habe etwas gegen unfaires Nachtreten. Stattdessen sollten wir die Arbeit anderer Wert schätzen lernen!
Gerade der Posten im Vorstand ist ein Feuerstuhl. Wer hier Posten aus Machtkalkül annimmt oder weil es die Chancen auf ein Mandat erhöhen könnte, der sollte besser in einer anderen Partei sein Glück versuchen. Er hat den Kopf rausgestreckt – dutzende stehen bereit ihm selbigen beim kleinsten Fehler abzuschneiden…
Wir sind eine Partei, die im Landtag sitzt. Dieser Erfolg ist nicht vom Himmel gefallen aber vor allem glücklichen Umständen zu verdanken. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Das war aber nur der halbe Erfolg – wollen wir tatsächlich etwas verändern, müssen wir uns selbst so organisieren dass wir aus dem aktuellen Umfragetief heraus kommen und ein “Bedrohungpotential” für die anderen Parteien haben (dazu mehr in Post Nr. 3). Darum müssen wir professionell wahrgenommen werden. Die Frage von vielen Bürgern „wollen wir wirklich dass dieser Haufen in Parlamenten Verantwortung übernimmt?“ muss wieder von mehr Leuten mit „JA!“ beantwortet werden.
Wir haben in NRW genug Mittel, um zumindest auf der materiellen Ebene diese Wahrnehmug zu erreichen. Auch wenn wir weiterhin auch auf Mitmachpolitik und spontane Aktionen setzen sollten, die ich häufig für sehr effektiv und gelungen halte, können wir einen Rahmen stecken, der Motivation befördert und Kooperation schafft. Dazu sollten wir Geld in die Hand nehmen und nutzen, wozu wir es bekommen haben: Ca. 75.000,-€ im Quartal bekommen wir für das Ergebnis der Landtagswahl an staatlicher Teilfinanzierung, ungefähr die Hälfte dürfen wir in NRW behalten. Verdoppelt (Eigeneinnahmen) und aufgestockt durch Mitgliedsbeiträge (6300 Mitglieder x 50% Zahlerquote x (50% Vollzahler + 50% Ermäßiger ≈ 100.000 € / Jahr) macht das etwas 250.000 € von denen der Landesverband 125.000 € behält. Dieses Geld zu horten verschafft uns keinen Gewinn, wir sollten es einsetzen.
Ich plädiere für eine schnelle Diskussion über die Bezahlung von Vorständen und/oder die Anstellung von bezahlten Kräften, die der Partei helfen, wieder auf die Füße zu kommen. Wir schieben seit 5 Jahren einen Berg an Buchhaltungsproblemen vor uns her, stemmen regelmäßig Probleme in der Verwaltung. Wann fangen wir an die Ideologie fallen zu lassen und Probleme zu lösen, anstatt sie zu verschieben?
Wir wollen, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, sich in der Politik zu betätigen. Nicht nur die Zeit- und Geldelite. Dazu müssen wir beim Vorstand entweder das Zeit- oder das Geldproblem lösen. Hat jemand keinen Job und will 24/7 Vorstand sein, dann müssen wir ihm die Last nehmen, dass ihn das Amt weiterhin vermitteln will. Hat jemand einen guten Job und kann ein Sabbatical einschieben, müssen wir seine Lohneinbußen dafür kompensieren. Will jemand nur Verantwortung übernehmen und kann einfach nicht mehr Zeit in die Parteiarbeit investieren, dann stellen wir ihm jemanden an die Seite, das löst sein Zeitproblem. Ich werde für die Lösung der Problemfelder Buchhaltung, Mitgliederverwaltung, Pressearbeit und Koordination/Motivation kämpfen.
Wir werden als die “Technikpartei” wahrgenommen. Dann benehmen wir uns doch auch so! Umlaufbeschlüsse ohne Datenschutzrelevanz können und sollten in einem einfachen Tool öffentlich durchgeführt werden. (Wie vom Vorstand auch unlängst beschlossen.) Diese Arbeit im Tracker mit den Emails war mir damals(tm) schon ein Dorn im Auge. Gleiches gilt für andere Verwaltungsvorgänge: Geld aus den Budgets beantragen, Fahrtkosten abrechnen, Anträge an den Vorstand stellen, seinen Beitrag anpassen. Für ein mehr an Masken und FAQ, anstelle von Handarbeit mit Emails und im Wiki.
Ich möchte einen klaren Kassensturz haben. Wie schon 2011 habe ich vor, in allen Regionen zur Verfügung zu stehen und die Stammtische zu besuchen. Ich möchte nicht in die Lage kommen, dass ich erklären muss, warum ein (v)KV immer noch kein Geld hat. Zudem können wir nur Geld in die Hand nehmen, wenn wir wissen, wie viel wir davon haben. Da muss endlich eine Klärung her, die ich mir schon irgendwie vom letzten Vorstand erhofft hatte… (hint: Ich versuche mal eine Budgetplanung zu basteln, wie ich sie mir vorstelle, evtl. schaffe ich das bis zum 27ten…)
Ich möchte Lösungen für das Bürokonzept (mit klarer Positionierung für ein Büro in Düsseldorf (wir sind eine Landtagspartei!!)) und über neues Werbematerial reden. Wurde die seinerzeit begonnene Inventarisierung zu Ende gebracht? Wie weit ist da der Stand? Ich sehe die Notwendigkeit für neue Werbematerialien, nur Imageflyer reichen auf Dauer nicht. Der Vorstand soll nicht nur, aber auch Dienstleister sein, eine Truppe die den anderen den Rücken freihält und den Mitgliedern helfen, ihre Arbeit richtig aufzunehmen, ihnen Workshops an die Hand geben und Material. Wahlkampf ist immer und überall, der Sommer kommt, wir müssen wieder auf die Straßen, als ob es kurz vor der Landtagswahl wäre.
Ein Letztes: Bei all dem teuren Spaß, den ich mir hier vorstelle sollten wir immer im Hinterkopf haben, dass die (Gesamt-)Partei uns braucht. Uns und unser Geld aus NRW. Wir können nicht in jede Kamera etwas von internationaler Bewegung faseln und dann im eigenen Verband ein Kirchturmdenken aufbauen. Wir müssen eine Menge Zaster in die Hand nehmen und an die anderen Länder verteilen, die nicht so weit sind. Ich stehe hier für ein ausgleichendes Konzept, mit dem beide Seiten leben können. Wie ich gehört habe, soll es da ja jetzt was geben und auch auf dem LPT zur Sprache kommen.
Das alles würde ich mir mit eurer und der Unterstützung eines professionalisierten Vorstandes wünschen. Dazu werbe ich um eure Stimme.
Socialgedönse: Datenschutzkonformes weitersagen!
Dies ist der erste Blogpost einer Serie von (hoffentlich) drei Beiträgen, in denen ich ein wenig “Wahlwerbung” für meine Kandidatur zum Landesvorsitzenden am 27. April machen möchte. In diesem ersten Post möchte ich auf Kritik eingehen, die sich an meiner Kandidatur entzündet hat. Auch wenn ich froh bin, dass ich relativ viel Zuspruch erhalte, bin ich doch entschlossen, auch die Kritiker zu überzeugen. Das werde ich hier, bei meiner Rede am 27. und natürlich auch in der Folgezeit versuchen, sollte ich gewählt werden:
Die 1. Kritik kommt am meisten auf und ist doch am einfachsten zu entkräften: Mitglieder sind für eine strikte Trennung vom Amt und Mandat.
Der Trennung stehe ich kritisch gegenüber, gerade bei einer so jungen Partei wie uns mit relativ wenigen Aktiven. Ich bin ein Freund von Definitionen, also: “was ist ein Mandat”? Zählt dazu auch ein Sitz im Stadtrat, im Kreistag, ab dem Landtag oder nur im Bundestag? Spätestens zur Kommunalwahl 2014 kann in NRW quasi jeder Pirat ein Mandat haben, der eins anstrebt. Wer soll dann noch den Vorstand übernehmen? Nur diejenigen, denen die “reale Politik” fremd ist? Das fände ich schade…
Oft wird auch mit dem Interessenkonflikt zwischen Fraktion und Partei argumentiert. Ich sehe da keinen Konflikt, ich sehe eher sogar das Problem der Koordination. Es finden in vielen Bereichen keine Abstimmungen zwischen Basis und MdL statt. Warum? Weil die Partei nicht mitbekommt, was im Landtag läuft, sich lieber mit sich selber beschäftigt hat und damit in eine Sackgasse gelaufen ist? Da muss sie dann erstmal wieder raus und wir müssen einen Dialog finden, der beiden Seiten hilft. Wir sind Partner und keine Gegner – und erst recht haben wir keine gegensätzlichen Interessen.
Im Übrigen halte ich mich an den Bundesparteitagsbeschluß von Neumünster. Bei aller Liebe, aber eine deutliche Mehrheit hat sich gegen eine Trennung ausgesprochen. Diese jetzt trotzdem “aus grundsätzlichen Erwägungen” zu fordern ist eine Mißachtung der Basis – dahin möchte ich mich nicht begeben…
Die 2. Kritik trifft als einzige mich persönlich: “Marsching du fordest doch immer und überall bezahlte Vorstände. Dir geht es doch nur um das Geld!” (“geldgeile Sau” und “kriegt den Hals nicht voll” habe ich auch bekommen).
Wer es nicht mitbekommen hat: Ich sitze im Landtag NRW und bin gut versorgt. Am allerwenigsten geht es mir hier ums Geld! Wer es unbedingt hören/lesen will: Ich möchte keinen Cent davon behalten! Ich würde die Mittel umgehend wieder in die Partei stecken und sehe 100 Baustellen, in denen das Geld besser aufgehoben wäre.
Mir geht es eigentlich um die Ermöglichung (ich finde gerade keine gute Übersetzung für das schöne englische “enabling”!) aller Mitglieder, diese Ämter zu bekleiden. Wir müssen jeder/m(!) die Möglichkeit eröffnen, ein Vorstandsamt zu bekleiden nicht nur der Zeit- und Geldelite in dieser Partei. Dazu werde ich jedoch einen eigenen Teil (Teil 2) dieser Serie machen müssen, wie ich mir die Arbeit in der Partei vorstelle….
Die 3. Kritik hat mich schon im letzten Jahr getroffen und ist am schwersten zu entkräften: Ich hätte als MdL keine Zeit für die Vorstandsarbeit. Schon vor einem Jahr habe ich diese Kritik bekommen – vollkommen zu Recht, denn zu der Zeit konnte ich den Aufwand tatsächlich noch nicht einschätzen. Nach einem Jahr im Landtag allerdings sehe ich mich durchaus in der Lage das Amt zu bekleiden. Wäre ich bei der Entscheidung für/wieder einer Kandidatur zu einer anderen Einschätzung gelangt, hätte ich für den Fraktionsvorsitz kandidiert. Nach der Logik eine aufkommende “Mehrarbeit” nicht zu schaffen dürfte das Amt dann aber auch nicht machbar sein.
Im Übrigen waren bisher alle Vorsitzenden bei ihrer Wahl in Vollzeitstellen beschäftigt. Mit der richtigen Organisation ist der Posten gut besetzbar, das gilt vor allem, wenn man seine Zeit selber einteilen kann, wie ich seinerzeit als Selbständiger oder jetzt als MdL. Nimmt man noch ein paar andere Ideen dazu, wie die eines Büros in Landtagsnähe, die Zuarbeit durch einen professionellen Pressesprecher oder die Einstellung eines Fahrers um lange Strecken in NRW zu überbrücken, während man im Auto arbeitet, bin ich sehr zuversichtlich diese Zeit zu haben. Zu den letzten beiden Vorschlägen schreibe ich mehr in Beitrag 2/3.
Ich hoffe, dass ich meine Einstellung zu den drei Kritikpunkten gut darstellen konnte. Sicherlich wird das nächste Jahr ein schwieriges sein, in dem zunächst die Kohlen aus dem Feuer geholt werden müssen, um dann den Fokus der PIRATEN in NRW wieder auf die Politik zu lenken und nicht auf das täglich neuste Gate. Das würde ich mir mit eurer und der Unterstützung eines professionalisierten Vorstandes wünschen. Dazu werbe ich um eure Stimme.
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Hier ein neues “With Ines’ Eyes”. Meine Mitarbeiterin Ines schreibt ihre Gedanken zur vergangenen Woche aus ihrem Blickwinkel auf. Unzensiert und ohne Furcht vor Sanktionen…
So Freitag, die Woche geschafft, wieder Zeit was zu schreiben…
Inhaltlich war diese Woche die anstehende Änderung des Verfassungsschutzgesetzes mein persönliches Highlight! Hierzu wird es demnächst eine Anhörung von Experten geben und ich kann euch sagen, dass hierzu von unserer wissenschaftlichen Referentin einiges erarbeitet wurde.
Diese haben wir im AK5 besprochen. Der Hintergrund sowie auch einige Urteile des Bundesverfassungsgerichts haben wir besprochen und auch noch einmal die Wichtigkeit und Auswirkungen der anstehenden Änderung angesprochen.
Generell war es meine erste Wochen nach zwei erholsamen Wochen Osterurlaub. Und kaum bin ich wieder da läßt Chef die Bombe platzen, er kandidiert für den Landesvorstand. Zumindest könnte man meinen, dass es eine Bombe war, denn die Reaktionen waren breit gefächert und auch die Presse zeigte Interesse.
Es gab die einen, die sich aufregten, weil sie Trennung von Amt und Mandat auch weiter für ein gutes Konzept halten und die anderen, die sich freuten, weil sie Michele für eine geeignete Person halten. Und dann gab es noch die, die sich einfach aufregten, weil er natürlich irgendwie “falsch” bekannt gegeben hatte, dass er kandidieren wird.
Nun aus meiner Sicht kann ich sagen, dass ich Michele gerne im Vorstand wiederfinden würde. Ich sehe ihn jeden Tag viele Stunden für die Ziele der Piraten arbeiten, 5 Tage die Woche. Er hat auch meiner Ansicht nach ein Fell, das dick genug ist, mit der in unserer Partei leider vorherrschenden katastrophalen Kritikkultur umzugehen.
Trennung Amt und Mandat… Nun ja, ehrlich gesagt, sehe ich da kein Problem. Ich denke sogar, dass es einen Vorteil bringen würde.
Egal, welcher Meinung man nun ist, es gab zumindest vorrübergehend einen kleinen Hype. Aber, wie die meisten Dinge, ging auch dies schnell wieder vorüber.
Ich möchte nun auch ein Thema ansprechen, dass mir schon lange am Herzen liegt und worüber wir hier auf den Fraktionsfluren schon oft geredet habe. Da es etwas heikel ist und sich der ein oder andere wohl in der Vergangenheit auf den Schlips getreten gefühlt hat, habe ich lange überlegt, ob ich hier überhaupt dazu was schreiben sollte. Aber da auch viele meiner Kollegen unter der Situation leiden, schreibe ich nun also etwas dazu:
Rauchen im Landtag
Wir haben hier im Landtag, wie wohl in den meisten öffentlichen Gebäuden eine eindeutige Regelung, die besagt, dass das Rauchen im Haus nicht gestattet ist. Das gilt für alle Flure und alle Büros, egal, wer sie besetzt.
Nun halten sich leider nicht alle an diese Regelung. Wieso, weiß ich nicht. Vielleicht, weil sie das Gefühl haben, dass es niemanden stört. Aber das tut es. Darüber wurde nun auch gesprochen, nicht mit allen aber mit manchen. Es gab sogar eine “Zettelaktion”, bei der der entsprechende Teil der Hausordnung an die Büros geklebt wurde. Und auch, wenn ich daran nicht beteiligt war, möchte ich sagen, dass ich das gut fand. Die Zettel hingen überall und nicht nur an den Büros der Raucher. Ich persönlich hatte daher das Gefühl, dass man explizit darauf verzichtet hat, einzelne anzuprangern oder anzuschwärzen.
Leider haben das nicht alle so gesehen. Einige fanden sich zu Unrecht in eine Debatte mit reingezogen oder beschuldigt. Das möchte ich niemandem absprechen aber da ich nicht rauche, habe ich mich weder falsch angesprochen noch beschuldigt gefühlt.
Nichtraucherschutz ist ja auch parteiintern durch das neue Nichtraucherschutzgesetz in den letzten Monaten Thema gewesen und ich weiß, dass sich einige in ihrer Freiheit als Raucher eingeschränkt sehen.
Hier in diesem konkreten Fall sehe ich aber ein Problem grundsätzlicher Natur. Denn es gibt im Landtag klare Vorschriften. Diese gewähren aus meiner Sicht, dass jeder die Möglichkeit hat in einem Umfeld zu arbeiten, in dem er sich wohl fühlt. Da geht die Freiheit des einzelnen immer nur so weit, wie die des anderen dadurch nicht beschränkt wird.
Des Weiteren denke ich auch, dass man sich an solch grundlegende Regeln des Zusammenlebens halten sollte.
Der Geruch von Zigarettenqualm ist über die Flure und je nach Lage auch immer wieder in manchen Büros zu riechen. Unter anderem sogar in meinem und Michele ist Nichtraucher und hat auch bisher nie jemanden dazu eingeladen oder erlaubt dies in unserem Büro zu tun.
Dies stört mich. Und ich weiß, dass es viele andere auch stört.
Ungeachtet der Tatsache, dass der ein oder andere die Hausordnung nicht mag, so haben wir uns doch alle dazu verpflichtet hier gemeinsam zu arbeiten. Ich möchte mich also darauf verlassen können, dass die Regeln auch eingehalten werden.
Und einen schlechten Eindruckt macht es ohnehin, wenn hier Teile der Flure nach abgestandenem, kalten Rauch riechen.
Ich habe mich absichtlich dazu entschlossen, dass ich niemanden beim Namen nenne. Ich möchte niemanden vorführen. Aber nach der letzten Aktion gab es offenbar die ein oder andere (Trotz-)Reaktion.
Es ärgert mich auch, dass nun ich hier offenbar Rücksicht nehmen muss auf Menschen, die sich nicht an die Regeln halten. Ich habe mich nicht schuldig gemacht und ich finde, es ist ganz klar, dass der, der das Problem verursacht auch der ist, der sein Handeln anpassen muss und nicht der, der ihn darauf aufmerksam macht.
Man muss nicht mit dem Kopf durch die Wand aber da das Problem seit einer Weile bekannt ist, denke ich auch nicht, dass ich Samthandschuhe anziehen muss. Also erlaube ich mir diesen Beitrag.
Socialgedönse: Datenschutzkonformes weitersagen!
