Willkommen im Wahlkampf!

DerWesten.de zitiert mich mit einem Satz über die Diäten-Erhöhung, überspitzt die Aussage in der Überschrift noch einmal und schon ist der Kandidat “unwählbar”. Chapeau! So macht man Politik.

Was war geschehen? Ich habe gestern bei meiner Runde mit dem Hund+Kind durch den Wald eine gute halbe Stunde ein Telefon-Interview mit einer Agentur geführt, welches ich insgesamt als sehr unangenehm empfunden habe. Der Gesprächspartner versuchte mich immer wieder auf die eine oder andere Extremposition festzulegen (“Dann sagen Sie doch als Spitzenkandidat, was ist denn Ihe Meinung zu..”). Insgesamt habe ich versucht, sachlich und moderat zu antworten und (wie immer) das wiederzugeben, was mein Gefühl über die Stimmung in der Partei mir sagt.

beim-Klabautermann.de

Irgendwann kamen wir auf das Thema Tarifstreit im öffentlichen Dienst und ich sollte sagen, ob die PIRATEN die Gewerkschaft bei ihrer Forderung vollumfänglich unterstützen oder das alles übertrieben sei und die  Arbeitgeber im Recht. Ich habe mich dafür entschieden, zu antworten, dass wir keine Position hätten, ich aber davon ausgehe, dass das soziale Gewissen der Piraten zumindest einen Inflationsausgleich für fair hält.

Über dieses Thema kamen wir zu den Diäten der Abgeordneten. Ob die PIRATEN die planmäßige Erhöhung mittragen würden war die Frage. Im Wissen darum, dass diese Anpassungen die Preisentlwicklung als Grundlage haben, lieferte ich im Zusammenhang mit der vorherigen Frage das Zitat, das jetzt in DerWesten groß ausgeschlachtet wird.

Ich habe auch noch ein-zwei Sätze dazu gesagt, dass wir uns kurz zuvor gegen die Sondererhöhung von 500,-EUR für die Altervorsorge der Abgeordneten ausgesprochen haben. Diese Aussage wird leider nicht in den Zusammenhang gesetzt und damit stehe ich als (Zitat Twitter) “geldgeiles Arschloch” da.

Ich bin (wie es Achim in der Mailingliste zitiert) tatsächlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Ein Reporter hat seine Chance genutzt und der Profi hat den Amateur gegen die Wand gespielt. Zwar bin ich insgesamt Medien-Kenner und durch die Vorstandsarbeit erfahrener als die Meisten, aber einen solchen Frontalangriff kann auch ich noch nicht zu 100% abwehren.

Was lerne ich daraus?

– Zitate bei Telefoninterviews lasse ich mir – bei diesem Herrn im Besonderen – vorher noch einmal vorlegen.
– Mit dem Handy führe ich nur noch bei guter Qualität Gespräche.
– Interviews auf der Hunderunde führe ich nur noch ohne vorherigen und nachherigen Stress (Fototermine).
– Bei Aussagen, die sich auf mein “Gefühl” verlassen werde ich noch vorsichtiger agieren.

Was möchte ich nicht?

– Glattgebügelt werden und immer nur mit “wir haben keine Meinung antworten müssen”
– Mich durch solche Ausrutscher verunsichern lassen – die über 50 Interviews vorher waren okay
– Im Shitstorm untergehen. Gute Presse scheint selbstverständlich, ein Ausrutscher kommt nun mal vor.

UPDATE

Nach einem Gespräch mit dem Interviewer muss ich mich entschuldigen. Ich habe aus dem Gedächtnis die Reihenfolge der Themen und Aussagen durcheinander gebracht. Erstens haben wir am Ende des Telefonats über die Diätenerhöhung gesprochen und das nicht direkt nach dem Thema Tarifstreit. Zweitens habe das Thema 500-EUR-Pressemitteilung anscheinend nicht in diesem Gespräch angesprochen, sondern in dem davor. In meiner Erinnerung habe ich das zusammen gezogen. Ein Anhören der Aufzeichnung hat das ergeben und ich bin der Meinung, dass ich mich a) für die falsche Darstellung entschuldigen und b) euch diese Information nicht vorenthalten sollte.


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